In der eisigen Nacht am Nordpol, als der Schnee lautlos fiel, versammelten sich die Rentiere in einem stillen Kreis. Ihr Atem bildete einen silbernen Nebel, der sich wie ein Heiligenschein um sie erhob.
Rudolf schloss sanft die Augen und sprach die uralten Worte, die nur in entscheidenden Augenblicken gesprochen werden.
— „Lasst uns den Weg zwischen den Welten öffnen… wenn Quello es zulässt.“
In diesem Moment vibrierte der Bildschirm des Tablets in Groubelins Händen.
Um ein Bild erschien ein kleiner Lichtkreis: eine schlichte, elegante, leichte Strickmütze, die auf etwas zu warten schien. Dann breitete sich das Licht langsam aus und bildete einen winzigen Durchgang, noch zu zerbrechlich, um ihn zu durchschreiten.
Pipette spürte, wie ihr Herz einen Sprung machte.
— „Ich glaube… ich glaube, Quello antwortet uns!“
Der goldene Heiligenschein um den Bildschirm wird mit jedem Atemzug größer.
Nicht genug, um einen Kobold durchzulassen.
Aber ausreichend, um etwas aus der menschlichen Welt durchzulassen:
Eine sanfte Wärme, ein kaum hörbares Murmeln, eine leise Vibration, die sich wie eine Einladung anfühlte.
Ludo kam geblendet näher.
— „Vielleicht steckt hinter dieser Passage die Weihnachtsmannmütze … oder ein anderer Hinweis!“
Groubelin legte seine Hand auf den leuchtenden Rand.
Er überquerte die Grenze nicht.
Noch nicht.
Doch er spürte eine Wärme, die weder der Magie des Nordpols noch der Welt der Menschen angehörte. Eine vertraute Wärme, jene Art von Wärme, die man empfindet, wenn man einem geliebten Menschen ein Geschenk macht.
Er murmelte, fast zu sich selbst:
— „Der Weg öffnet sich. Morgen… werden wir weiterkommen.“
Über ihnen stieg der Wintermond hoch am Himmel auf.
Das Licht spiegelte sich in den Augen des Rentiers wie ein Zeichen.
Etwas wurde geboren:
Eine neue Magie, geteilt, noch zerbrechlich, aber sehr real.
Und zum ersten Mal seit dem Verschwinden von Santa Claus' Mütze zeichnete sich eine ernsthafte Spur ab.



















