Seit der leuchtenden Prozession der Heiligen Lucia hatte sich etwas in der Werkstatt des Weihnachtsmanns verändert.
Das Licht schien noch einen Moment länger zu verweilen, als ob es zögern wollte, der Nacht Platz zu machen.
Pipette ihrerseits konnte die Wärme der Kerzen noch immer auf ihrer Haut spüren, wie eine Erinnerung, die nicht verblassen wollte.
Rudolf beobachtete schweigend das Tor.
— „Das menschliche Licht hat hier etwas hinterlassen…“, murmelte er.
„Eine Spur. Eine Präsenz.“
Ludo runzelte die Stirn.
— „Eine Präsenz? Wie kann ein Licht… bestehen bleiben?“
Groubelin schloss vorsichtig die kleine Holzkiste, in der die am Vortag gefundene Kerze gelegen hatte.
— „Vielleicht war es nicht nur eine Kerze. Vielleicht kam das Licht… von jemandem.“
Niemand hat diesen Namen erwähnt.
Doch in der Luft lag noch immer ein Duft von Gewürzen, Schokolade und Orange.
Ein Hauch von Nikolaus… wie ein flüchtiges Augenzwinkern, unsichtbar, aber sehr real.
Plötzlich erwachte das Portal wieder zum Leben.
Kein goldenes Licht wie an den Tagen zuvor, sondern ein strahlend weißes Licht.
Rein.
Netto.
Fast silbern.
Ein Fenster erschien.
Weiter weg.
Höher.
Die Elfen entdeckten eine Landschaft, die sie noch nie zuvor gesehen hatten:
Ein schneebedeckter Berg, ein Dorf am Fuße eines majestätischen Gipfels, Lichter, die von den Chalets hängen, und ein klarer Himmel, durchzogen von einem eisigen Hauch.
Pipette vorsichtig einatmen.
— „Es ist Europa… aber weiter südlich.“
Rudolf nickte.
— „Die Alpen. Österreich, die Schweiz… vielleicht Norditalien.“
Dann überquerte eine menschliche Gestalt, dick eingepackt in einen langen Mantel, die Bühne.
Auf ihrem Kopf trug sie eine dicke, weit gestrickte Mütze, die ihre eigene Wärme zu speichern schien.
Ludo neigte den Kopf.
— „Es sieht so aus, als ob er... Wärme in sich trägt.“
Groubelin lächelte.
— „Die Menschen haben ihren eigenen Weg gefunden, die Kälte zu bekämpfen. Sie stricken Rüstungen aus Weichheit.“
Das Licht aus dem Portal pulsierte sanft.
Pipette spürte dieselbe Güte wie der heilige Nikolaus: eine Präsenz von Sanftmut, diskret und beruhigend, fast beschützend.
Menschliche Traditionen dienten ihnen weiterhin als Leitfaden.
Und der Weg vor ihnen rückte einen weiteren Schritt näher.



















